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Erfahrungen mit Depressionen

Die Depression ist eine sehr schlimme Erkrankung, die heute noch viele Menschen in all ihrer Bandbreite schwer erfassen können. Vorallem am Anfang überfordert einen sehr schnell diese Erkrankung. Wenn das Leben nur noch aus toten Gefühlen besteht und du dich total schwer fühlst, wer will dann leben? Im Laufe der Zeit habe ich gelernt mir Lichtblicke zu erkämpfen, um nicht ganz in dieser trostlosen Dunkelheit zu fallen.
Ich mache das Gegenteil, was die Depression will und werde aktiv z. B. gehe ich zu buddhistischen Versammlungen und übe die Meditation aus. Obwohl ich mich total träge und lustlos fühle treffe ich mich mit Freunden im Cafe. Dann versuche ich meine Aufmerksamkeit auf den Gesprächspartner zu lenken und so die Lethargie aus meinem Bewusstsein zu drängen. Das ist eine Sache der Übung. Und dann für eine gewisse Zeit ist diese Schwere aus dem Kopf raus und ich fühle mich besser. Ich glaube, dass ich diese Achtsamkeit unbewusst erlernte, um psychisch zu überleben.
Ich will nicht mein ganzes Leben von meiner psychischen Erkrankung diktieren lassen. Ich will auch Momente erleben, wo ich frei bin.
Wer je darunter leidet, hat das Gefühl, dass ihm die Freiheit genommen wurde das Leben als schön und wertvoll zu empfinden. Auch ziehen sich viele sozial zurück und auch das hilft nicht auf Dauer.
Gerade soziale Kontakte sind für Menschen mit Schwermut wichtig. Isolation führt dazu, dass ich mich noch schlechter und noch verlorener fühle.
Ich wünsche niemanden diese Erfahrung, die ich und Millionen andere jeden Tag erleben. Ich wünsche mir von der Gesellschaft noch eine größere Akzeptanz und Unterstützung. Es ist eine Schande, dass Depressive 6 Monate bis zu einem Jahr warten müssen, um eine Therapie bei einem Psychologen machen zu können. Auch die Wartezeiten in Tageskliniken und guten Psychiatrien von mehr als 3-6 Monaten sind zu lange. Niemand würde jemanden mit gebrochenen Bein drei Monate rumlaufen lassen. Physische Erkrankungen werden meistens besser behandelt. Natürlich gibt es Ausnahmen, ich denke nur an orthopädischen Erkrankungen. Als Kassenpatient wurde ich  von vielen Orthopäden oberflächlich und schlecht behandelt.
Auch wurde so getan, als ob meine Beschwerden psychosomatisch werden. Psychosomatie und Depressionen passen einfach zu gut zusammen.
Trotz allem sehe ich einen Sinn in dieser Erfahrung, da ich reifer und stärker geworden bin.
Vielen Dank fürs lesen meiner Gedanken.

NRW, der 5. April 2013

deprifrei @web.de








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